Vom Tun zum Sein

Alles lief wunderbar. Ich fühlte mich ausgeglichen, auf meinem Weg gefestigt und empfand große Dankbarkeit für all die wunderschönen Momente, die mir das Leben geschenkt hatte dieses Jahr, für die tollen Menschen die mir begegnet waren und für all das, was mich nächstes Jahr erwarten würde.

Ein Knoten war gelöst, endlich atmete ich richtig durch, zum ersten Mal sprach mein Herz ganz klar zu mir und ich hatte in den letzten Monaten gelernt aufmerksam zuzuhören.

Es war ein wundervoller Austausch entstanden mit Menschen, die auf dem gleichen Weg waren, es wurden mir Mut und Lob zugesprochen für meine Projekte, ich hatte wahres Vertrauen in das Leben geschöpft.

Doch ganz so aufmerksam, wie ich es gedacht hatte, war ich aller Ansicht nach doch nicht gewesen und das Leben stellte mich abermals auf die Probe.

Das Jahresende rückt immer näher, Weihnachten steht bald vor der Tür. Zeit mit Familie und Freunden wird gerade jetzt für viele von uns ganz groß geschrieben.

Ohne großes Zutun hatte sich mein Kalender in den letzten Wochen wie von selbst gefüllt und ich musste erstaunt feststellen, wie vollgestopft dieser doch wieder war.

Seien es die Familienfeste, die Betriebsfeier, der Besuch auf verschiedenen Weihnachtsmärkten, Treffen mit Freunden, von meinen geliebten Yoga-Abenden und meinem Herzensprojekt „Blog“ ganz zu schweigen.

Aber hey, ich fühlte mich total in meiner Mitte und war voller Vorfreude wunderschöne Momente mit meinen Liebsten genießen zu können.

Diese Stimme, die kurz ein kaum vernehmbares Stopp rief, überhörte ich gekonnt. Alte Muster hatten sich tatsächlich ganz vorsichtig eingeschlichen.

Krankheit entsteht, wenn wir nicht länger in Einklang mit unserem Seelenweg handeln.

Ich wachte eines Morgens auf, mein Kopf glühte, meine Gelenke schmerzen, Atmen fiel mir schwer, mein ganzer Brustkorb tat weh. Ich wollte aufstehen und viel reflexartig wieder in mein Bett zurück. Ich hatte mir eine schwere Erkältung eingefangen.

Es brachte alles nichts. Ich musste mir eingestehen, auch wenn es mir ziemlich schwer fiel, dass ich die nächsten Tage wohl besser zu Hause blieb. Das Leben hatte scheinbar gerade etwas anderes mit mir vor.

Ich entschuldigte mich bei der Arbeit, sagte schweren Herzens alle Unternehmungen für das Wochenende ab und empfand, nicht zu fassen, Schuldgefühle?

Wurde ich tatsächlich gerade jetzt zu meinem ganz persönlichen Retreat gezwungen?

Wenn ich nicht vor Erschöpfung schlief, kreisten meine Gedanken unaufhörlich. „Warum gerade jetzt? Ich habe doch alles richtig gemacht. Was will das Leben mir denn schon wieder sagen? Was soll ich denn jetzt machen?“.

Diese vorwurfsvollen Fragen wurden zum Glück sehr schnell von liebevollen abgelöst. „Was braucht dein Körper jetzt? Was braucht deine Seele? Welches war der Auslöser für deine Krankheit? Wann hast du nicht im Einklang mit deinen Werten gehandelt?“.

Wenn wir quasi zum Stillstand gezwungen werden und nichts im Aussen uns mehr ablenken kann, werden uns einige Dinge bewusst.

Zum Beispiel, die Momente, in denen wir nicht im Einklang mit unseren tiefen Bestrebungen gehandelt haben, welcher Konflikt wohl doch nicht so schonungslos an uns vorbei gegangen ist und welche Worte oder Taten uns besonders getroffen haben, sei die von anderen oder unsere eigenen.

Wir stellen fest, dass Dinge, die uns früher völlig normal erschienen, jetzt für uns unakzeptabel sind. Das Momente, in denen wir ansonsten still geblieben und weggeschaut, nun eine kleine Revolution in uns ausgelöst haben.

Und egal wie viel Liebe und Mitgefühl wir empfinden mögen, es möglicherweise diesen einen Augenblick, diese eine Verletzung gegeben hat, die unsere Seele ein kleines Stück hat einreißen lassen.

Sie wird uns infolgedessen liebevoll bitten hinzusehen, doch unsere Gedanken und unser Ego lassen ihre Stimmen definitiv lauter erklingen. Also machen wir unbeirrt weiter. Warum sollten wir uns auch großartig Sorgen machen, wenn die Ereignisse, die uns erwarten, uns mit Freude erfüllen und wir und völlig gesund fühlen?

Erst jetzt im Nachhinein merke ich, dass ich über diese kleinen Risse hinweggeblickt habe. Ich, dachte sie könnten mir nichts anhaben und hatte so der Krankheit unbewusst die Tore geöffnet.

Wir können es längere Zeit versuchen zu ignorieren, aber Krankheiten sind der beste Beweis dafür, wenn es Zeit wird nochmal genauer hinzuschauen.

Ich bin in den letzten Tagen durch verschiedene Gemütszustände gewandert. Von Widerstand zu Akzeptanz, von Einsamkeit zu Einheit, von Zweifel zu Einsicht.

Mir geht es mittlerweile wieder besser und nun empfinde ich ganz klar Dankbarkeit, denn mir wurde ein wertvolles Geschenk gemacht.

Ich hatte die Gelegenheit in mich zu kehren, meinen Körper und meinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen, meine Ansprüche an mich selber etwas runterzuschrauben und vor allem kostbare Einsichten zu gewinnen und wichtige Entschlüsse zu fassen.

Wir können uns so mit aller Sicherheit bewusst machen, dass wir gerade wohl doch etwas von unserem Seelenweg abgewichen waren und nun die Möglichkeit bekommen uns neu auszurichten.

Denn letztendlich, und es ist essentiell dass wir es uns immer wieder ins Bewusstsein rufen, ist alles was in unserem Leben geschieht eine Möglichkeit zu wählen welchen Weg wir gehen und wer wir wirklich sein wollen.

Love, Christine ❤

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