Mensch sein

Ich bin seit mehreren Jahren unumstrittener Tattoo Fan.  Ich habe mir vor langer Zeit eines stechen lassen, dass heute für mich aktueller ist denn je und dessen Symbolik sich in den letzten Jahren weiterentwickelt hat.

Es handelt sich um einen Anker, der an einem Heißluftballon in den Wolken schwebt.  Damals wollte ich die unverbesserliche Träumerin und die trotzdem ausgesprochene Realisten in mir zum Ausdruck bringen.  Diese Charakterzüge beschreiben mich immer noch, aber heute ruft dieses Tattoo vor allem meine spirituelle Reise in mir hervor, und die Wichtigkeit bei dem ganzen „Abheben“ nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Den Kopf in den Wolken, die Füße auf dem Boden.

Wenn wir uns aufmachen und anfangen unser Leben unserem persönlichen Wachstum zu widmen, stellen wir schnell heraus, dass sich einige Dinge ändern.  Wir lösen uns von Menschen, mit denen wir damals immerzu Zeit verbracht haben.  Themen und Beschäftigungen, die wir sonst tolerierten und denen wir nacheiferten, sind heute für uns akzeptabel oder uninteressant geworden.  Früher brauchten wir die Gegenwart von genau diesen Menschen, um uns vollständig zu fühlen und nahmen in Kauf, dass dafür unsere kostbare Energie in den Keller sank.

Heute sind wir uns unserer Entscheidungen und deren Konsequenzen bewusster.  Wir entscheiden, wie wir unsere Zeit verbringen, wen wir in unser Leben lassen und mit welchen Menschen wir fortan getrennte Wege gehen.

Wir entwickeln ein Bestreben Zeit mit Menschen zu verbringen, die auf der gleichen Reise sind wie wir.  Menschen, die groß träumen und die sich gegenseitig unterstützen.  Menschen, die nicht unentwegt im Drama-Modus unterwegs sind.  Wir trauen uns nein zu sagen, authentisch zu sein und unserer Vision Ausdruck zu verleihen.

Doch was ist, wenn wir während unserer Reise plötzlich anfangen abzuheben?  Wenn wir immer selektiver werden und uns komplett zurückziehen?  Und nicht weil es unser Wohlbefinden unterstützt und unsere Werte widerspiegelt, sondern weil wir langsam in eine Rolle schlüpfen?

Eine Rolle, die versucht uns zu überzeugen, dass dieses Gespräch, dieser Mensch, diese Beschäftigung, einfach nicht „spirituell“ genug sind.  Was ist, wenn wir nicht mehr rumalbern oder über alltägliche Dinge lachen können?  Was ist, wenn wir beginnen, diese Reise, diese Mission, zu ernst zu nehmen?  Was ist, wenn wir nicht mehr Mensch sein können?

Etwas in mir hat sich tatsächlich letztens gefragt, ob es angemessen wäre mir nochmal ein Tattoo stechen zu lassen.  „Eine Frau, die sich freiwillig Schmerzen unterzieht, um danach mit einem weiteren Bildchen auf ihrem Körper rumzulaufen…  Wie spirituell soll das denn bitte sein?!“

Plötzlich fing ich an zu zweifeln.  War dies wirklich die Art und Weise, wie ich mein Leben gestalten wollte?  War es wirklich diese Einstellung, die ich wünschte in die Welt hinauszutragen?

Und dann gab es dank einem Gespräch mit einer wundervollen Freundin, plötzlich einen Shift in meiner Wahrnehmung.

Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern spirituelle Wesen, die erfahren, Mensch zu sein. – Pierre Teilhard de Chardin

Es fällt eine wahre Last von uns ab, wenn wir uns erlauben Mensch zu sein.  Wenn wir uns bewusstwerden, dass wir uns nicht auf eine bestimmte Weise verhalten oder manchen Dingen entsagen müssen, nur weil wir unsere innere Reise begonnen haben.  Denn genau dieses Verhalten würde unserer Mission auf Erden alles andere als gerecht werden.

Es wäre nur eine weitere Gelegenheit für unser Ego unser Leben zu bestimmen und ihm mehr Macht zu verleihen, indem wir mal wieder in eine Rolle schlüpfen.

Ich meine damit nicht, dass wir uns plötzlich zwingen sollen Zeit mit Menschen zu verbringen, die uns nicht gut tun, Beschäftigungen nachzueifern, die uns nicht mehr erfüllen, oder sich unserer Intuition, unserer wahren Natur zu widersetzen. Darum geht es nicht.

Ja, du darfst Mensch sein.

Ich meine damit, uns zu erlauben Ja zu sagen.  Ja zu unserem Menschsein.  Ja zu unseren Werten.  Ja zu unseren menschlichen Bedürfnissen und Vorlieben.  Ja zu mehr Leichtigkeit, Freude und Spaß.  Ja zu all den Facetten, die das Leben für uns bereithält.

Es stehen uns alle Möglichkeiten, alle Lebensweisen offen.  Warum sollten wir dann nicht alles in Erwägung ziehen dürfen und ausprobieren?  Wir kennen nun die Richtung und festigen uns jeden Tag mehr auf unserem Weg.  Doch wie ernst wir das Leben und uns selbst nehmen wollen liegt einzig und allein in unserer Hand.

With heart and soul,

Christine ❤

Geh los!

Wohin willst du?

Du kennst den Weg.

Geh endlich los.

Was hindert dich daran anzufangen?

Es ist genau der richtige Zeitpunkt.

Du verfügst über das nötige Wissen und die nötigen Fähigkeiten.

Trau dich!

Geh den ersten Schritt!

Du bist bereit!

With heart and soul,
Christine❤️

Was würde die Liebe jetzt tun?

Was würde die Liebe jetzt tun?❤️

Diese Frage stelle ich mir immer, wenn mein Ego mal wieder versucht sich durchzusetzen und ich nicht weiß wie ich mich entscheiden soll.

Unser Herz kennt die Antwort, doch um uns vor Verletzungen zu schützen haben wir es mit der Zeit immer mehr verschlossen.

Indem wir uns diese Frage stellen und danach handeln, erlauben wir unserem Herzen sich erneut zu öffnen und die Energie wieder frei fließen zu lassen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Wochenstart.

With heart and soul,
Christine❤️

Die Entscheidung

Es geht nicht darum dich nie wieder schlecht zu fühlen.

Es geht auch nicht darum durchgehend im Peace and Love Modus zu sein und auf einer spirituellen Welle zu reiten.

Es ist völlig okay, wenn du dich momentan verloren fühlst und davon überzeugt bist, das Leben ist gegen dich.

Heiße deine Tränen, deine Wut, deine Hoffnungslosigkeit willkommen.  Unterdrücke sie nicht.

Doch sei dir trotz allem deiner unglaublichen Kraft bewusst.

Werde dir bewusst, dass du und nur du der Schöpfer, die Schöpferin deines Lebens bist.

Du und nur du entscheidest wie lange du in der Opferrolle verharren willst.

Alles wirklich Wichtige im Leben beginnt mit einer bewussten Entscheidung.

Wofür entscheidest du dich?

 

With heart and soul,

Christine ❤

Die Angst vor der Angst

„Hallo Geert.  Ich schreibe dir, weil ich mich nicht sehr wohl fühle.  Ich habe letztendlich für Sonntag ein Shooting eingeplant, um mich meiner Angst zu stellen.  Ich war motiviert und zuversichtlich, aber als ich am nächsten Tag wach wurde, hatte ich totale Bauchschmerzen und furchtbare Angst.

Während der Woche war ich beschäftigt und am Wochenende war ich mit Freunden unterwegs, also habe ich weniger dran gedacht, aber heute war ich allein…  Ich habe versucht mich zu beschäftigen.  Ich war laufen, habe den Haushalt gemacht und war einkaufen.  Aber plötzlich hatte ich keine Kraft mehr und alles in mir, ist in sich zusammengebrochen. 

Ich bin deine 6 Schritte durchgegangen und habe es geschafft mich ein bisschen zu beruhigen.  Ich habe mir auch die 1. Sitzung nochmal angehört, damit deine Worte mich andauernd begleiten. 

Ich will nicht, dass diese Angst mein Leben kontrolliert.  Ich sage mir, dass egal was passiert, es okay ist, dass ich nicht sterben werde…

Ich weiß, dass ich Sonntag eine Panikattacke haben werde, da ich mich meiner Angst stellen werde und das ist so schwer für mich… 😦

Ich weiß, dass ich mich ihr stellen muss.  Dass dann erst der erste Schritt in Richtung Heilung gemacht ist, aber ich habe solche Panik es nicht zu schaffen.  Ich habe solche Angst…“.

Es fällt mir manchmal schwer zu glauben, dass diese Zeilen an meinen damaligen Coach, tatsächlich von mir stammen.

Ich hatte 2013 gerade eine Fortbildung als Make-up Artist abgeschlossen und bekam bald die Gelegenheit auf einem Fotoshooting zu arbeiten.  Nur gab es da ein kleines Problem…

Ich war völlig terrorisiert bei der Vorstellung an einem mir unbekannten Ort arbeiten zu müssen und war fest davon überzeugt, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.  Ich würde es nicht schaffen, jeder würde merken, dass ich nicht gut genug bin und mein Körper würde versagen.

Dieser gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich es mit Gefahr zu tun hatte, indem er sich in Alarmbereitschaft versetzte.  Er wollte mich schützen, vor all dem, was mir hätte zustoßen können, sei es physisch oder psychisch.

Meine Verdauung versagte komplett, ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf das, was in meinem Körper vor sich ging.  Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, mein Kopf dröhnte, mir wurde schwindelig, ich schluchzte laut auf.  Die Tränen liefen mir die Wangen hinunter, ich bekam keine Luft mehr, hyperventilierte, ich hörte nichts mehr und zitterte am ganzen Körper.

Ich war nicht mehr ich selbst. Ich konnte keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen. Die Angst hatte mich vollends in ihren Bann gezogen.  Ich wollte, dass es endlich aufhört! Ich wollte nichts mehr fühlen.

Ich sagte das Shooting ab.    Die betäubende Panik wurde letztendlich von unbeschreiblicher Scham abgelöst.  Ich schämte mich so sehr es mal wieder nicht geschafft zu haben.  Ich wollte in dem Moment nur noch versinken, schlafen und an nichts mehr denken.

Viele Menschen können so eine Art von Geschichte nicht nachvollziehen, weil sie sowas einfach noch nie erlebt haben.  Für andere mag sie banal klingen.  Aber für mich, war diese Geschichte, die mich jahrelang begleitete, alles andere als banal.

Angst und Panik waren meine ständigen Begleiter.  Als diese mein Leben so sehr beeinträchtigten und ich dann irgendwann nicht mehr weiterwusste, ließ ich mir 2009 von meinem damaligen Hausarzt Antidepressiva verschreiben.  Ich wollte die mir unerträglichen Zustände abschalten.

Ich war ruhiggestellt und nahm in kauf diese Tabletten 4 Jahre lang zu nehmen, bis ich mich entschlossen genug fühlte diese wieder abzusetzen, um der Angst nicht mehr länger zu ermöglichen mein Leben zu dirigieren.

So weit so gut.  Mein mangelndes Selbstbewusstsein und fehlendes Urvertrauen machten die ganze Sache nicht besser. Vor allem in mir unbekannten Situationen lauerten Angst und Unruhe mir auf.  Doch auch unter „normalen“ Verhältnissen ließen sie mich nicht in Frieden.

Es genügte ein falsches Wort, ein komischer Blick und es konnte passieren, dass ich ein Treffen plötzlich verließ, weil ich mich nicht mehr wohl fühlte.  Ich wollte nur noch nach Hause an einen „sicheren Ort“.  Sei es mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen…  also Menschen aus meiner nächsten Umgebung, die alles andere als eine Gefahr darstellten.

Wenn es mich dann an Orte verschlug, die ich nicht kannte, wo viele Menschen waren oder ich meine Fähigkeiten unter Beweis stellen musste, war es nicht selten, dass ich im letzten Moment alles absagte, wie es bei dem Shooting der Fall gewesen war.

Wenn ich beschreiben müsste, was innerlich in mir abging, trifft es Teufelskreis wohl am besten.  Ich war hochsensibel für jede Empfindung in meinem Körper und analysierte jede noch so klitzekleine Veränderung.  Mein Magen, der sich zuschnürte, mein Herz, das schneller klopfte, das Gefühl nicht mehr so gut Luft zu bekommen, einen heißen Kopf, schwitzige Hände, Schwindel.

Jede dieser Regungen ließen direkt das Gedankenkarussell in meinem Kopf losrattern, das mir unmissverständlich mitteilte, dass es wohl klüger wäre an einen sicheren Ort zurückzukehren.

Nur damit nicht genug, diese negativen und ängstlichen Gedanken brachten meinen Körper dazu, sich nur noch mehr in Alarmbereitschaft zu versetzen.  Diese verursachten wiederum noch mehr schlimmere Gedanken und so weiter.  Der Teufelskreis war perfekt.  Bis ich schnurstracks meine Sachen packte und den Ort verließ, an dem ich war.

Solche Erlebnisse waren lange Teil meines Lebens, was dazu führte, dass ich mein Dasein auf Erden wie auf Sparflamme verbrachte.  Mittlerweile und dabei handelt sich um einen wahrhaften Prozess, ist die Angst zu einer Art entfernten Verwandten geworden.

Ich verbringe ab und zu Zeit mit ihr, aber kann ihr auch respektvoll mitteilen, wann es reicht und sie ruhigen Gewissens gehen kann.  Sie versucht mich immer noch von manchen Projekten abzubringen, weil sie mich schützen will.  Ich danke ihr, dass sie mir all die Jahre beigestanden hat, aber gebe ihr nun unmissverständlich zu verstehen, dass letztendlich nur noch mein Herz entscheidet.

Viele Menschen denken sie seien mit solchen Erfahrungen allein und sind der Überzeugung, dass keiner versteht was da innerlich in ihnen abgeht.  Sie vertrauen sich niemandem an und kapseln sich immer mehr ab. Sie wünschen sich Normalität, doch sie verschließen sich, weil sind davon überzeugt sind, dass es keinen Ausweg gibt.

Doch ich bezeuge hiermit, dass es tatsächlich einen Ausweg gibt.   Der Weg hin zu Liebe und Vertrauen,  war für mich wahrscheinlich der schwerste, den ich gehen konnte, aber der einzige, um den es sich wirklich lohnt zu kämpfen.

With heart and soul,

Christine ❤

Der Weg der Vergebung

Gibt es einen Menschen in deinem Leben, mit dem die Kommunikation im Moment ziemlich schwierig ist? Diese Person hat etwas gesagt oder getan, was dich zutiefst verletzt hat.

Wenn du daran denkst, steigen Trauer und Wut in dir auf und du begreifst einfach nicht, wie jemand so handeln konnte. Du weißt, dass du an der Stelle von dieser Person niemals so agiert hättest.

Du bist davon überzeugt, das Wohl des anderen immer miteinzubeziehen. Du verstehst nicht, wie jemand so rücksichtslos und gemein sein konnte. Er oder sie musste doch ganz klar wissen, was das für dich bedeuten würde. Und, dass dieses Ereignis, diese Worte, dein ganzes Leben beeinflussen würden.

Viele von uns wissen oder haben selbst miterlebt, dass eine Kindheit nicht immer rosarot verläuft. Abwesende, streitsüchtige Eltern und Gewalt (sei es physisch oder verbal) sind keine Seltenheit. Solche Situationen, besonders im frühen Kindesalter beeinflussen unser ganzes Leben und den Menschen, der wir sein werden. Ob wir es wollen oder nicht.

Über die Jahre hinweg verfolgen uns unterdrückte Wutgefühle, eine gewisse Hilflosigkeit und Trauer. Wir sind der festen Überzeugung, dass unser Leben dermaßen besser verlaufen würde, wenn wir unsere Kindheit anders verbracht hätten. Wir sind doch bloß Opfer der Umstände…

Unser Alltag verschont uns mit diesen unangenehmen Situationen und Gefühlen ebenfalls nicht. Ein Konflikt am Arbeitsplatz, ein Streit in der Familie, eine Meinungsverschiedenheit mit unserem Partner oder einem Bekannten.

Wir stehen alle in Beziehung zueinander. Verletzungen und Konflikte gehören zum Leben dazu und es wäre utopisch zu glauben, jemals von ihnen verschont zu bleiben.

Doch wir haben tatsächlich immer die Wahl und dürfen entscheiden, wer wir sein wollen in Bezug zu ihnen.

Es geht nicht allein darum sich vorzunehmen nichts mehr persönlich zu nehmen oder sich von seinen Gefühlen abzuspalten. Es geht vielmehr darum identifizieren zu können, wann eine Verletzung wirklich uns gehört. Es geht darum, zu entscheiden ob und wie wir diese Last ablegen wollen. Zu unserem ganz eigenen Wohl.

Nicht zu vergeben, ist als würdest du Gift trinken in der Hoffnung, dass der andere stirbt.

Der einfachste, doch für viele von uns gleichzeitig schwierigste Weg diesen schweren Rucksack endlich abzuwerfen, ist Vergebung.

„Ich soll diesem Menschen vergeben? Das meinst du doch jetzt nicht wirklich ernst, oder? Ich habe mein ganzes Leben gelitten deswegen. Das, was diese Person mir angetan hat, hat mich zutiefst verletzt. Jetzt soll ich ihr auch noch dieses Geschenk machen und ihr vergeben? Niemals. Ich kann nicht. Und ich will auch nicht.“.

Unser Ego meldet mich unweigerlich zu Wort und fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Wer wären wir denn noch, wenn wir diesem Menschen vergeben würden? Bzw. was würde mit dieser Stimme, unserem inneren Kritiker, unserem Ego passieren, wenn wir vergeben würden? Diese Stimmen versuchen doch schließlich nur uns zu beschützen…

Es gibt Verletzungen, dessen Ursprung nicht jahrelang zurückliegt. Heute, gestern, vor einer Woche. Sie sind ganz frisch. Wir haben definitiv nicht mit ihnen gerechnet und wurden überrumpelt.

Unser Partner, ein guter Freund, ein Arbeitskollege. Bis dahin lief doch eigentlich alles wie am Schnürchen und wir waren glücklich.

Doch eine Aussage, eine Tat, wirbelt die ganze Situation herum. Das Leben fordert uns heraus. Wir fühlen uns plötzlich hintergangen, betrogen, traurig, wütend, wir empfinden Scham. Diese Gefühle haben uns alle schon durchlaufen.

Es ist alles andere als einfach in einer konfliktreichen Situation einen klaren Kopf zu bewahren, doch manche Fragen ermöglichen uns tatsächlich aus diesem Gefühlschaos auszubrechen und die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

„Gehören diese Gefühle wirklich mir? Welcher Teil von mir wurde verletzt? Kann das, was ich tief im Innern bin, überhaupt verletzt werden? Wenn diese Verletzung wirklich mir gehört, wie kann ich sie heilen? Ist es mir möglich zu vergeben?“.

Besonders wenn ein Mensch uns sehr nahesteht kann es passieren, dass Gefühle zu uns überschwappen, dass das Energiefeld des anderen mit dem unseren kollidiert.

In diesem Augenblick sind es nicht wir, die verletzt sind. Die Wut, die wir spüren gehört nicht uns.

Was wäre, wenn die Wut, die uns durchläuft, diesem anderen Menschen gehört und er sie gerade verzweifelt gegen sich selbst richtet? Was wäre, wenn dieses unangenehme Ziehen in unserem Bauch und in unserer Kehle, die Scham widerspiegelt, die unser Gegenüber quält? Oder jede einzelne Träne, die unsere Wangen hinunterläuft, die Verzweiflung ausdrückt, welche diesen Menschen begleitet für das, was er uns angetan hat?

To forgive, ist he highest, most beautiful form of love. In return, you will receive untold peace and happiness. – Robert Muller

Viele von uns denken, Vergebung bedeutet diesen einen Menschen wieder in unser Leben zu lassen, so zu tun, als wäre nichts gewesen und wieder Zeit mit ihm verbringen zu müssen.

Doch darum geht es überhaupt nicht. Eine erneute Kontaktaufnahme ist nicht zwingend notwendig. Denn es geht in diesem Prozess einzig und allein um uns.

Andere denken, dass es von Schwäche zeugt einem anderen Menschen zu vergeben. Dass es die Toren öffnet für noch mehr Verletzungen. Viele möchten nicht wahrhaben, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Vergebung bedeutet über sich hinauszuwachsen. Vergebung bedeutet Befreiung. Vergebung bedeutet das Loslassen einer unsagbaren Last. Vergebung bedeutet sich bewusst zu machen, dass es keinen Teil in uns gibt, der wirklich verletzt werden kann. Und schließlich bedeutet Vergebung, den beispiellosen Ausdruck von Selbstliebe.

With heart and soul,

Christine ❤